Realschule Verden
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11.09.11

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Aus: http://www.verdener-nachrichten.de
Trommeln für das Grundgesetz
Rund 300 Schüler aus Verden, Kirchlinteln und Dörverden beteiligten sich an Kundgebung vor dem Rathaus

Von unserer Redakteurin
Anke Landwehr

VERDEN. Sie kamen zu Fuß und aus allen Richtungen: Rund 300 Gymnasiasten sowie Haupt- und Realschüler aus Verden, Kirchlinteln und Dörverden haben sich gestern Mittag an einem Sternmarsch zum Rathaus beteiligt, um das Grundgesetz zu feiern. Es war am 23. Mai 1949 verkündet worden. Zu der Aktion hatte das Verdener Bündnis gegen Rechtsextremismus - für Demokratie und Toleranz aufgerufen. Maike Wahlers, Moritz Albrecht, Malte Joost und Niklas Bösche hielten als Abgeordnete der Kirchlinteler Schul-AG "Rote Karte gegen rechts" ein Transparent hoch.

Auf den Treppenstufen des Rathauses hatten sich ihre Mitschüler von der Trommelgruppe "White goes black" niedergelassen. Sie brachten im Wechsel mit den Jazz-DoGs vom Domgymnasium und der Percussion-AG des Gymnasiums am Wall musikalischen Pfiff in die Kundgebung. Zu neuen Ehren kam das 40 Meter lange Transparent, das Jugendliche 2005 zum Aktionstag "Verden ist bunt" mit Artikel 3, Absatz 3 des Grundgesetzes beschrieben hatten: "Niemand darf ... benachteiligt oder bevorzugt werden."

Am Rathaus hatten Verdener Realschüler das von ihnen im Religionsunterricht gestaltete "Hungertuch" aufgehängt. Vorbild waren die Hungertücher, mit denen während der Passionszeit Kreuze und Altäre in Kirchen verhüllt wurden, um an das Leiden und Sterben Jesu zu erinnern.Auf ihrem Tuch haben die Schüler Probleme der heutigen Zeit dargestellt. Der Bogen spannt sich von Alkohol bis zu Vorurteilen. Unter www.realschule-verden.de ist das Kunstwerk veröffentlicht, jedes Bild kann einzeln angeklickt werden. Die Kommentare dazu stammen von den Schülern selbst. Gestern erläuterten Katharina Dering und Rumeysa Almaci, was es mit dem Tuch auf sich hat. Lehrerin Inge Osthues: "Wir würden es zur Passionszeit auch an Kirchen ausleihen."

GaW-Schüler stellten Artikel aus dem Grundgesetz in Standbildern dar, Bürgermeister Lutz Brockmann ging auf das Wesen der Demokratie ein. Eine Verfassung wie die deutsche sei etwas ganz Besonderes. "Sie gibt uns Freiheiten, die Menschen in vielen anderen Ländern nicht haben." Zugleich sei Demokratie anstrengend, weil sie Mitdenken, Mitarbeit und Mitverantwortung erfordere. Was Unfreiheit bedeuten könne, habe die Nazi-Diktatur mit ihrer systematischen Vernichtung Andersdenkender gezeigt, so Brockmann.

Für das Verdener Bündnis freute sich Detlef Rakebrand über die gute Beteiligung der Schüler an dem Sternmarsch. Demokratie, erklärte er, sei nicht immer einfach zu ertragen - zum Beispiel bei DSDS: "Wenn da der eigene Kandidat rausfliegt, ist das schon übel." Ebenso müssten die Mehrheitsergebnisse bei politischen Wahlen akzeptiert werden. "Einfacher", meinte Rakebrand, "ist das Faustrecht. Aber das wäre eine Alternative, die niemand will."

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Stand: 10.02.10